Sisyphos lässt grüßen

Menschen haben für das, was sie tun, ihren Rhythmus, ihre guten und schlechten Tage, sind fit oder geschlaucht, widerstandsfähig oder einfach schlapp. Wer in schwachen Momenten überarbeitet oder lustlos ist, legt den Schongang ein: Er schont sich und schiebt unangenehme Erledigungen auf bessere Zeiten – üblicherweise auf „morgen“. Bis wieder Kraft in ausreichendem Maße da ist, mental und körperlich.

„Morgen“ aber geht es darum, die Kurve zu bekommen zurück in das aktive Tun. Sozusagen die richtige Ausfahrt zu finden aus diesem Kreisverkehr, den das Verharren im Aufschiebemodus bedeutet.

Bestimmte, vor allem wiederkehrende Aufgaben werden lästig, bisweilen sinnlos, und ohne Sinn bringen wir sie nicht zu Ende. Aufschieben bietet sich dann gerne als besondere Handlungs- und Entscheidungsoption an: als Pausenmodus, und wird als solcher auch ganz unverfänglich so wahrgenommen. Wir müssen allerdings immer wieder ganz bewusst dafür sorgen, dass sich das nicht verselbständigt. Wir brauchen eine Exit-Routine, einen Plan B, auf den wir uns verlassen können.

Wenn wir genau wissen, wie und warum wir aufschieben, fällt es relativ leicht, den normalen Erledigungsrhythmus wieder aufzunehmen. Regelmäßiges Anti-Prokrastinationstraining macht sensibel für die relevanten Situationen und Gefühlslagen, und verkürzt den Verbleib in der unproduktiven Warteschleife. Es schärft das Zeitempfinden und stärkt den inneren Antrieb, die Einsicht und die Lust auf ein neues zielorientiertes Tun. Wenn wirklich darin kein Sinn zu finden ist, bringt auch Aufschieben nichts, sondern nur eine schonungslose Reflektion dessen, auf das man sich da eingelassen hat. Und dafür gibt es LEZGO!.