AUF DEM WEG ZUR LÖSUNG


LEZ GO!©-Analyse und Prokrastinations-Formel zeigen, wo es lang geht

Um Ihren persönlichen Aufschiebereflex nachhaltig zu meistern, müssen wir ihn auffinden, und wir müssen ihn verstehen. Hierzu suchen wir zuächst die „Micro-Ebene“ des Moments auf, an dem der Drang zum Aufschieben ausgelöst wird. So erhalten wir gleich am Anfang ein klares Bild darüber, wo die ersten hilfreichen Veränderungsansätze uns erwarten.

Mit anderen Worten: Wir betrachten die primäre und subjektive Realität des sich anbahnenden Prokrastinierens. Dafür bedienen wir uns zweier möglicher Wege der Selbstreflexion im „microanalytischen Interview“:

A. Die LEZ GO!©-Analyse des nicht-bewussten Aufschiebens

Prokrastination entsteht und zeigt sich in zwei grundsätzlich unterschiedlichen Arten:

einer expliziten, die (aus unbewusstem oder explizit formulierbarem Kalkül heraus) einem gewissen Schutzgedanken folgt, und die bei genauem Hinterfragen erklärbar und kognitiv behandelbar ist.

Und einer impliziten, die, weil nicht-bewusst, sich zunächst dem kognitiven Erklärungs- und Veränderungswunsch entzieht. Und die dann trotz aller angwandten Prokrastinations-Hacks bleibt bzw. wieder auftaucht.

Die LEZ GO!©-Analyse erlaubt es uns in einem ersten Schritt, die Erscheinungsformen Ihres expliziten und impliziten Prokrastinierens diagnostisch zu trennen. Dies gelingt, indem wir die Reaktionsfelder, in denen typischerweise der Prokrastinationsreflex ausgelöst wird, auf ihre Prokrastinations-Auffälligkeit untersuchen:

  • eventuelle Lern-Notwendigkeiten bei möglicherweise unzureichenden Kenntnissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten …
  • störende Emotionen aus Erfahrungen und Erwartungen
  • ungenaue oder widersprüchliche Zielformulierungen und Motivationen
  • Störfaktoren in der körperlichen und mentalen Gesundheit
  • Ordnungskriterien im Allgemeinen und im speziellen Umfeld des Projekts
  • Ablenkbarkeit und Konzentrationsfähigkeit

In der LEZ GO!©-Analyse wird das subjektive Erleben im akuten Moment der Entstehung der Prokrastinationsentscheidung transparent gemacht, wodurch dann auch ein eventueller impliziter Anteil des Aufschiebedrangs einer expliziten Deutung und nötigenfalls einer emotionstherapeutischen Behandlungsmethodik zugänglich gemacht wird.

B. Die Prokrastinations-Formel des unbewussten Aufschiebens

Der amerikanische Wirtschafts-Verhaltensforscher Prof. Steel hat mit seiner Prokrastinations-Formel die typischen Prokrastinations-Faktoren Erwartung, Wert, Verzögerungszeit und Impulsivität in einen erkennbaren Wirkungs-Zusammenhang gestellt. Sie lautet

Erwartung  x  Wert geteilt durch Aufschieben x Impulsivität

und bedeutet:

Je weiter entfernt die Deadline für ein Projekt ist, desto stärker ist die Bereitschaft zum Aufschieben, und desto schwächer ist die Motivation, die Aufgabe anzugehen. Die Impulsivität und der Rückgriff auf mögliche Mittel der Ablenkung multipliziert die Aufschiebetendenz noch weiter.

Dem gegenüber stehen die positiven Konsequenzen des Handelns, die sich aus der Erwartung und dem persönlichen Wert der Aufgabe ergeben: Je größer die Belohnung und die Wahrscheinlichkeit, sie zu erhalten, und je wertvoller für mich das ist, was ich erwarten darf, umso stärker wird meine Motivation sein.

Ausschlaggebend für das Tun oder Aufschieben ist „der Moment der Wahrheit“ zwischen Absicht und Realisierung (sog. „Rubikon“), dem legendären Übergangsort zwischen unspezifischem Wunschdenken und konkreter Zielergreifung.

Die Auswirkungen der vorgenannten Faktoren zeigt sich am Beispiel der Erledigung einer Seminararbeit, die prokrastiniert wird, denn:

„Erwartung“ ist gering, solange es ungewiss ist, ob man die Belohnung für die zu leistende Anstrengung wirklich bekommt;

·         Ein starkes Selbstbewusstsein (Gewissheit der Selbstwirksamkeit") lässt die Erwartung ansteigen.

„Wert“ wird immer dann als gering eingeschätzt, wenn die zu leistende Anstrengung aus objektiven oder ganz persönlichen Gründen keinen Spaß macht, sinnlos erscheint oder komplett gegen den Strich geht;

·         Je akzeptierter das Ziel, je kongruenter der Weg, je größer das persönliche Engagement, umso größer der zugemessene Wert.

„Verzögerung“ (Aufschieben) ist umso stärker, je weiter die zeitliche Entfernung des Abgabetermins (Deadline) liegt:

·         Sie nimmt in dem Maße ab, wie der Erledigungszeitraum begrenzt wird, beispielsweise durch das Einteilen der Aufgabe in Einzelschritte mit entsprechend kurzfristigen  Deadlines.

(schädliche) „Impulsivität“ hat ein umso leichteres Spiel, je mehr und je verlockender oder scheinbar dringlicher die Ablenkungen vom Arbeitsthema wegführen.

·         Bei starker Ablenkbarkeit wird sich eine „positiv" Impulsivität erst im direkten Angesicht der drohenden Deadline entwickeln. Deswegen empfiehlt sich bereits im Vorfeld die Einübung eines  Impulsivitäts-Management.

C. Der Nutzen

Prokrastination ist nicht Krankheit, wohl aber Symptom für ein Ungleichgewicht zwischen einer angekündigten und der tatsächlichen Handlungsbereitschaft.

Wie jedes Symptom enthält auch die Prokrastination eine Vielzahl von wertvollen Informationen – in diesem Falle über das Verhältnis der Prokrastinierenden zu ihrem Projekt. Diese Informationen zu entschlüsseln und in Veränderung umzusetzen sind der besondere Nutzen dieser Verhaltensweise, die bei oberflächlicher Betrachtung bislang nur als tabuisierend und störend wahrgenommen wurde.

Kontakt: info@pro-cras.de, tel. fix 0211 9991656, tel. mobil 01520 9887966