„Grad‘ gar keine Lust auf den Sch…“

Oft beginnt Aufschieben mit dem Gedanken: „Keine Lust!“ Oder ist es eher ein Gefühl? Und dann geht es vielleicht gar nicht um die Sache, sondern „nur“ um die Lust? – jenes oft so schmerzlich vermisste Gefühl, von einer Aufgabe, einem Thema, oder von einer Person mitgerissen zu werden?

Sicher ist: Wir müssen nicht jede Aufgabe lieben und uns mit Lust und Begeisterung hingeben. Das ist für das Prokrastinieren gar nicht das Ausschlaggebende. Der Kern liegt darin, zu erkennen, dass die „Lust“ oft selber gar nicht verstanden wird. Denn Lust hat tatsächlich zwei Seiten, die zwar sehr eng miteinander verbunden sind, die aber auch beide ihr Eigenleben führen. Schauen wir uns das genauer an:

Zum einen zeigt Lust ihren inhaltlichen, meist emotionalen Aspekt: In dem, was sie will und entstehen lässt, mit Gefühlen füllt, mit Wünschen, Erregung („Arousal“) und Beteiligung.

Zum andern enthält Lust einen starken Anteil von „Vitalität“, von Kraft und ihrer Entfaltung in der Zeit: Sie startet, bringt Bewegung und Momentum, Beginn und Dauer. Oder auch das totale Gegenteil: Inaktivität, Unbestimmtheit und Lähmung.

Beide Aspekte beeinflussen sich untereinander. Wenn das die Lust verstärkt, läuft alles grandios, motiviert und wie geschmiert. Oft aber hemmen sie sich gegenseitig. Dann bleibt am Ende das leere Gefühl von Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit, das unser Projekt ausbremst. Und es uns auf „morgen“ verschieben lässt.

Genau darauf zu schauen ist für unsere Arbeit am Aufschieben von zentraler Bedeutung. Denn die Doppelgesichtigkeit des „keine-Lust“-Impulses verdeutlicht, warum Prokrastinations-Beratung und -Therapie nicht allein aus „gutem Zureden“ bestehen kann. Neben der intensiven Kontaktaufnahme mit den „inhaltlichen“ Auslösern des „keine-Lust“-Reflexes führt sie uns auch an das, was die „Vitalität“ blockierte. Das bringt uns dann mit der praktischen Umsetzung konkreter Lösungen wieder zurück in die Bewegung, ins Tun, Erledigen und Entscheiden.

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