Erledigungs-Stau

In Düsseldorf zum Beispiel stehen Pendler im Schnitt 60 Stunden pro Jahr ‚im Stau‚. Das ist messbar verlorene Arbeits- und Lebenszeit. Ähnliches bedeutet der noch viel weiter verbreitete Erledigungs-Stau.

Erledigungs-Stau: Ein anderes Wort für unproduktives Vertagen und Noch-nicht-Fertigstellen, kurz: für Prokrastination. Auch hier: ein Wort, ein Statement zwar, aber keine Erklärung, und keine konkreten Aussichten.

„Stau“ verstehen wir meist so: Die Straße ist ok, die Fahrzeuge sind ok, die Leute auch, nur der Verkehr ist dicht. Räumt die Hindernisse weg, und alles rollt wieder. Die Richtung ist klar, der Motor läuft, alles geht weiter, nur etwas später als geplant. Eigentlich ist noch alles im Lot. Die allseitige Verspätung ist längst eingepreist.

Das ist der übliche Trost, den wir in einem Wort wie Prokrastination finden, das sein lateinisches „cras“ = morgen in sich trägt. Aber genau das ist auch die Falle.

Wer sich mit der Prokrastination beschäftigt, dem fällt auf, dass fast die gesamte Debatte in dieser Logik geführt wird. Es geht immer darum, möglichst noch im Gleichgewicht zu bleiben: in eingehaltenen Terminen, in den notwendigen Arbeitsrhythmen und Vorgaben, durch Planungsverbesserung, Aufholen, Dranbleiben, Fertigwerden.

Über die Richtung wird dabei kaum nachgedacht, weil sie als geklärt gilt. Es wird suggeriert, ein paar Korrekturen hier und dort, und schon wird das ins Stocken geratene System wieder ans Laufen kommen.

Aber das System ist gar nicht richtig stehen geblieben, sondern hat stattdessen ein neues, eigentümliches, auf der Stelle tretendes Gleichgewicht gefunden. Es läuft im Stehen, ohne Richtung (die es auch gar nicht nachfragt), insofern auch ohne erkennbare Zukunft. Das ist keine Motivations-Delle, das ist eine Struktur- und Innovations-Krise. Eine Delle sitzt man aus. Eine Struktur müsste man umbauen, während man in ihr arbeitet, irgendwie weitermacht. Was kurzfristig „umgebaut“ wird ist allenfalls dee Weg, mit dem man die Problemstelle umgeht.

Damit beantwortet sich auh die Frage, warum im Festhalten am Prokrastinieren so viel Hartnäckigkeit steckt.

Die Antwort liegt im Mindset, d.h. in einer ambitionslosen und kurzsichtigen Zielsetzung, einer halbherzigen Planung, in einer mangelnden inneren Zustimmung zum Projekt. Und in der fehlenden Bereitschaft, das kreative Momentum eines latenten Ungleichgewichts zu untersuchen, und seine Nützlichkeit auszutesten.

Einen Stau aufzulösen braucht eine andere Initiative als die Entstehung eines neuen Staus zu verhindern. Mit dem LEDZ GO!-Tool sind Sie in der Lage, beides in die Tat umzusetzen.