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	<title>Trigger &#8211; Heilpraxis für Psychotherapie und Prokrastinations-Coaching</title>
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	<description>Prokrastinations-Coaching</description>
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	<title>Trigger &#8211; Heilpraxis für Psychotherapie und Prokrastinations-Coaching</title>
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		<title>Prokrastination &#8211; krankhaft oder normal?</title>
		<link>https://www.pro-cras.de/prokrastination-krankhaft-oder-normal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Nellen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Mar 2023 08:24:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge chronologisch]]></category>
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					<description><![CDATA[Pathologisches Prokrastinieren  Wenn Aufschieben im Leben und Handeln eines Menschen einen Umfang eingenommen hat, der für ihn selber oder sein soziales oder ökonomisches Umfeld schädlich und Quelle des Leidens wird, ... <a title="Prokrastination &#8211; krankhaft oder normal?" class="read-more" href="https://www.pro-cras.de/prokrastination-krankhaft-oder-normal/" aria-label="Mehr Informationen über Prokrastination &#8211; krankhaft oder normal?">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pathologisches Prokrastinieren </strong></p>
<p>Wenn Aufschieben im Leben und Handeln eines Menschen einen Umfang eingenommen hat, der für ihn selber oder sein soziales oder ökonomisches Umfeld schädlich und Quelle des Leidens wird, und wenn sich dieses Verhalten als beständig und nicht nachhaltig veränderbar erweist, sollte man von einem pathologischen (krankhaften) Prokrastinieren sprechen. Ein pathologisches, ggf. auch psychopathologisches Verhalten ist ein anormales, krankhaftes Verhalten, das die Funktionsfähigkeit eines Menschen dauerhaft beeinträchtigt. Krankheiten im Allgemeinen werden diagnostiziert und mit medizinischen bzw. therapeutischen Maßnahmen versorgt oder behandelt. Sie werden in internationalen Klassifikationen beschrieben und kodifiziert.</p>
<p><strong>Prokrastination</strong> ist in den derzeit geltenden Versionen der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandten Gesundheitsprobleme der WHO (ICD-10) oder der DSM V (fünfte Auflage des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) <strong>nicht</strong> <strong>gelistet</strong>. Und dies trotz ihrer großen Verbreitung durch alle Altersstufen und sozialen Stände, und ihres körperlich, seelisch und existenziell schädigenden Potenzials in Bezug auf persönlichen Leidensdruck und Alltagsbewältigung. Hier benutzen wir den Begriff der <strong>„pathologischen“ Prokrastination</strong>, weil dies die Absicht beschreibt, das krankhafte, unkontrollierte, schädliche und bereits chronifizierte (lang andauernde) Aufschieben abzugrenzen gegenüber leichteren bzw. bewusst und selbst bestimmt gesteuerten Formen des Aufschiebens, das schließlich in das Handlungsrepertoire eines frei entscheidenden Individuums gehört.</p>
<p><strong>Vergesellschaftete Störungs- bzw. Krankheitsbeschreibungen</strong> können fallweise ergänzend oder ersatzweise bzw. differenzialdiagnostisch herangezogen werden: Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung, Störung der Impulskontrolle, abnorme Gewohnheiten, neurotische Belastungs- und Affektstörungen (Angst-, Zwangs-, phobische oder depressive Störungen).</p>
<p><strong>Prokrastination</strong> wird in den populären Kommunikationsmedien beinahe regelmäßig thematisiert und dann mehr oder weniger fachkundig und fantasievoll diskutiert und bleibt dabei doch, trotz vielfältiger, auch internationaler Veröffentlichungen, vor allem in ihrer chronifizierten Form eine systematisch <strong>unerforschte </strong>Krankheit.</p>
<p>Gelegentlich wird sie wegen ihrer Ähnlichkeit mit der Antriebsschwäche leider ungeprüft und oft zu Unrecht in die Nähe zu <strong>Faulheit und Bequemlichkeit</strong> gerückt. Einhergehen kann sie auch mit Depression oder Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit oder ohne Hyperaktivität, auch mit diversen somatischen Begleiterscheinungen aus dem Formenkreis der Zwangserkrankungen. Da im Moment einer (bewusst oder unbewusst getroffenen) Entscheidung zum Aufschieben einer unbequemen Erledigung unmittelbar das Belohnungszentrum<strong>*)</strong> des Gehirns aktiviert wird, darf auch eine gewisse Gemeinsamkeit mit einem pseudo-süchtigen Verhalten nicht übersehen werden.</p>
<pre><strong><em>*)</em></strong> <em>Im dopaminvermittelten Belohnungssystem spielen das Striatum (gehört zu den Basalganglien, koordiniert Emotionen, Kognition und Bewegungsabläufe), speziell das dopaminreiche ventrale Striatum, der Nucleus accumbens (gehört zum Striatum, Funktion in emotionalen Lernprozessen) und der ventrale Tegmentalbereich des Hirnstamms besondere Rollen. Auch andere Regionen wie die Amygdala, das periaquaeduktale Grau und andere Bereiche in den thalamischen, hypothalamischen und subthalamischen (Pallidum) Regionen sind beteiligt.</em></pre>
<p><strong>Diagnostiziert</strong> wird eine (verniedlichend so genannte) „Aufschieberitis“ meist von den Betroffenen selbst oder ihrem Umfeld aufgrund der Eigenbeobachtung. Wobei sowohl Art und Ausmaß des Aufschiebens beschrieben werden als auch seine Konsequenzen in Form eines gefühlten, drohenden oder bereits eingetretenen Folgeschadens.</p>
<p><strong>Diagnostische Kriterien</strong></p>
<ul>
<li>Anhaltende Schwierigkeit, Erledigungen zu <strong>beginnen</strong>, <strong>durchzuführen</strong> und/oder zu <strong>beenden</strong>.</li>
<li>Leichte <strong>Ablenkbarkeit</strong>, schwache Impulskontrolle, Ziellosigkeit.</li>
<li>Die Schwierigkeit ist verbunden mit oder ausgelöst von einem <strong>Gefühl des Unwohlseins</strong> oder unüberwindbaren Widerstands, oder mit keinerlei bewusster Kenntnis hiervon.</li>
<li>Die erzeugten Ergebnisse sind oft <strong>verspätet</strong>, unvollständig und im Ergebnis eher suboptimal.</li>
<li>Aufschieben bei einer bestimmten Aufgabenstellung, oder lang bis <strong>lebenslang</strong> erlebtes Aufschieben.</li>
<li>Aufschiebeaktionen werden <strong>nicht mehr bewusst</strong> wahrgenommen (&#8222;Aufschiebetrance&#8220;).</li>
<li><strong>Versiegende Nachhaltigkeit</strong> von &#8222;life-hacks&#8220; (Anlegen von To-Do-Listen, Methoden des Zeitmanagements etc.).</li>
<li>Langfristige Unzufriedenheit, <strong>Leiden</strong> oder Beeinträchtigungen in seelischer, körperlicher, sozialer oder beruflicher Hinsicht.</li>
<li>Verhalten ähnlich der <strong>Süchtigkeit</strong> (stressinduzierter Druckaufbau, gefolgt von lustvoller Entlastung).</li>
<li>Irrationales <strong>Verleugnen</strong> der Realität.</li>
<li>Wachsendes Angst-, <strong>Scham</strong>&#8211; und Schuldgefühl.</li>
<li>Regelmäßiges Verbergen oder <strong>Verleugnen </strong>des aufschiebenden Verhaltens gegenüber Dritten.</li>
<li>Das pathologische Aufschieben ist<strong> nicht auf andere medizinische Erkrankungen zurückzuführen</strong> (z.B. Gehirnverletzungen, zerebrovaskuläre Erkrankungen, Intelligenzminderung etc.) zurückzuführen. Dieses Aufschieben kann nicht besser durch die Symptome oder Folgen einer anderen psychischen oder lebensbedingten Erkrankung oder Störung erklärt werden (z.B. Zwangsgedanken, verminderter Antrieb bei einer Major Depression, Wahnvorstellungen bei Schizophrenie oder bei anderen psychotischen Störungen, kognitive Defizite bei einer neurokognitiven Störung, eingeschränkte Interessen bei einer Autismus-Störung etc.).</li>
</ul>
<p style="text-align: center;">Eine differenzialdiagnostische Abklärung, vor allem bei einem auffälligen → <strong><a href="https://www.pro-cras.de/der-ledz-go-fragenkatalog/">LEDZ GO!</a></strong><a href="https://www.pro-cras.de/der-ledz-go-fragenkatalog/">©</a>-Scan, sollte im Zweifel Klarheit verschaffen.</p>
<h2 style="text-align: left;"><strong>Pathologisches Horten*)</strong></h2>
<p><strong>Eng verbunden mit dem Prokrastinieren ist das Horten, das grenzenlose Festhalten, das sich nicht nur auf Gegenstände bezieht, sondern durchaus auch auf Ideen, Gedanken oder Vorstellungen, und nicht nur auf Bestehendes, sondern auch scheinbar längst Erledigtes erstrecken kann.</strong></p>
<p>Diese angesammelten Bastionen und scheinbar unverzichtbaren Ankerpunkte einer am Leben unsicher gewordenen Seele können sehr nachhaltig die persönliche Weiterentwicklung blockieren  sind sie doch selber schon aus solchen Blockaden entstanden.</p>
<p><strong>Die Welt der Vorhaben, der Dinge und ihrer Stellvertreter</strong></p>
<p>Nicht alles kann zur gewünschten Zeit erledigt und zur Tat werden. Angedachtes und Angefangenes bleibt liegen, und wenn es nicht aufgegeben wird, werden die &#8222;Bauruinen&#8220; zu Statthalter der alten Projekte. Sie sind dann ständige Mahnmale der damaligen Enttäuschungen, und können einem das Leben schwer machen &#8211; und das der Lieben drumherum.</p>
<p>Diese angehäuften Dinge und Pläne sind auf ihre Weise Zombies, die eine Macht über ihre Träger gewonnen haben, die ihnen nicht zusteht. Es ist wichtig, dass diesen &#8222;Untoten&#8220; endlich ihre Ruhe gegeben wird &#8211; auch für die Lebenden.</p>
<p><strong>Therapeutische Maßnahmen</strong></p>
<p>Als Therapie bieten sich neben einer Klärung und Korrektur jener Bereiche an, in denen sich der scheinbar unüberwindbare Drang zum Aufschieben manifestiert, eine kognitive Neuorientierung und ein verhaltenstherapeutisches Vorgehen an. Auch emotionsbezogene psychotherapeutische und kurzzeittherapeutische Maßnahmen bringen Verbesserung. In unserem <strong>pro-cras</strong>-Konzept (→ <strong><a href="https://www.pro-cras.de/der-ledz-go-fragenkatalog/">LEDZ GO!</a>©</strong>-Scan) überprüfen wir die typischen Auslösekriterien („Prokrastinations-Trigger“). Sie zeigen an, ob Veränderungen eher auf einem psychiatrisch therapeutischen oder einem psychologischen, d.h. handlungs-, realitäts- und praxisbezogenen Weg anzustreben sind.</p>
<p>Die Befreiung von unnötigen <strong>Blockaden und Festhalteritualen</strong> rückt umso mehr in den Bereich des Möglichen, wie die Quellen und Ursachen solcher ehemals schützender Strategien erst einmal verstanden werden.</p>
<p>Ganz anders, aber auch in besonderer Weise kann die Ausübung von → <strong><a href="https://www.pro-cras.de/prokrastination-und-yoga/">Yoga </a></strong>oder anderen körperbezogenen, <strong>konzentrationsfördernden</strong> und meditativen Techniken als eine sinnvolle, ergänzende Therapiemaßnahme bei psychischen Erkrankungen insgesamt angesehen werden.</p>
<p><strong>Coaching als handlungs-, realitäts- und praxisbezogene Veränderungsmethode</strong></p>
<p>Auch bei pathologischer Prokrastination sind mit einem spezifischen, fach- und sachbezogenen Coaching deutliche und nachhaltige Verbesserungserfolge zu erzielen. Auch einem solchen Coaching wird sinnvollerweise eine gründliche Anamnese und Analyse des vorgetragenen Aufschiebegeschehens vorangehen (→ <strong><a href="https://www.pro-cras.de/der-ledz-go-fragenkatalog/">LEDZ GO!</a></strong>©-Scan). Je nach Art und Ursprung der Aufschiebegewohnheit kann dabei das systemische Arbeiten, das Arbeiten, mit dem inneren Kind und dem Ego-State, mit Glaubenssätzen, mit EMDR und dem Zürcher Ressourcenmodell, und allen Formen der Persönlichkeitsentwicklung zur Selbststeuerung und Selbstwirksamkeit zielführend sein. Eine Unterstützung der allgemeinen Fähigkeiten zur Alltagsbewältigung, zur altersgerechten Lernerfahrung und Weiterentwicklung ist dabei immer ein Teil solchen Coachings.</p>
<p><strong>Nicht krankhaft und trotzdem behandlungswürdig</strong></p>
<p>Eine grundlegende Tendenz zum spontanen Aufschieben kann als wiederkehrendes soziales Handlungsmuster bei Menschen angelegt sein und ihre Persönlichkeit charakterisieren, ohne dass dies eine neurotische Störung bedeutet. Vielmehr ist hier eine früh angelegte Persönlichkeitsstruktur erkennbar, die zwar nicht zur &#8222;Heilung&#8220; ansteht, für die aber eine <strong>problemspezifische</strong> Behandlung und Besserung sinnvoll und möglich ist.</p>
<p>Weitere Informationen unter: Tel. mobil 01520 9887966, Tel. fix 0211 9991656, info@pro-cras.de</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Diagnose: Prokrastination, Antriebsschwäche, Depression?</title>
		<link>https://www.pro-cras.de/diagnose-prokrastination-antriebsschwaeche-depression/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Nellen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jan 2020 21:43:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge chronologisch]]></category>
		<category><![CDATA[LEDZ GO!]]></category>
		<category><![CDATA[Antriebshemmung]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbsteinschätzung]]></category>
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					<description><![CDATA[Was sich einigermaßen flapsig als ein &#8222;nicht in die Pötte kommen&#8220; beschreiben ließe, zeigt bei näherem Hinschauen doch einig wichtige Unterschiede, so dass die Diagnose und damit die Behandlung(sfähgkeit) jeweils ... <a title="Diagnose: Prokrastination, Antriebsschwäche, Depression?" class="read-more" href="https://www.pro-cras.de/diagnose-prokrastination-antriebsschwaeche-depression/" aria-label="Mehr Informationen über Diagnose: Prokrastination, Antriebsschwäche, Depression?">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was sich einigermaßen flapsig als ein &#8222;nicht in die Pötte kommen&#8220; beschreiben ließe, zeigt bei näherem Hinschauen doch einig wichtige Unterschiede, so dass die Diagnose und damit die Behandlung(sfähgkeit) jeweils anders ausfallen wird. Vorab aber noch ein Wort zur</p>
<h2>Diagnose</h2>
<p>Auf den ersten Blick scheint es notwendig, eine Diagnose zu haben: Wie soll man sonst wissen, womit man es zu tun hat, und welche Behandlungswege angezeigt sind!  Letztlich sind Diagnose nichts anderes als in formale Begriffe gefasste, mehr oder weniger gründliche und zutreffende Beobachtungen, die der Behandler aufgrund seiner Fachkenntnisse macht, oft aber auch der Patient/Klient schon mitbringt &#8211; von einem Vorbehandler, oder aus eigener Vermutung oder Recherche. Wie zutreffend die jeweilige Diagnose bei ihrer Feststellung auch sein mag, sie dient den Patienten und ihrem Behandler zur Orientierung und ganz besonders auch zur Identifizierung des Krankheits- oder Störungsbildes gegenüber der Krankenkasse, die dies für die Feststellung der Erstattungsfähigkeit benötigt. Dass im Laufe eines Behandlungsprozesses Diagnosen auch verworfen, verändert oder neu gefasst werden bzw. werden müssten, ist ein Aspekt, der die Gewichtigkeit einer Diagnose bereits relativiert.</p>
<p>Ein weiterer Aspekt ist der, dass Diagnosen möglicherweise viel zu früh das Beobachtungsfeld des Behandlers eingrenzen, und beim Betroffenen den Effekt einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung hervorruft.</p>
<p>Wenn hier also verschiedene Ursachen einer Tendenz zum Aufschieben gegeneinander gestellt werden, so geht es vor allem darum, die Gefahren einer zu frühen diagnostischen Festlegung aufzuzeigen.</p>
<h2>Depression</h2>
<p>Bei den typischen leichten (F32.0), mittelgradigen (F32.1) oder schweren (F32.2 und F32.3) depressiven Episoden leidet der betroffene Patient unter einer <strong>gedrückten</strong> Stimmung und einer <strong>Verminderung von Antrieb und Aktivität</strong>. Die Fähigkeit zur <strong>Konzentration</strong>, zur <strong>Entscheidung</strong>, zur <strong>Freude</strong>, und zur Entwicklung von <strong>Interesse</strong> sind <strong>vermindert</strong>. Ausgeprägte <strong>Müdigkeit</strong> kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. <strong>Selbstwertgefühl</strong> und <strong>Selbstvertrauen</strong> sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen <strong>Schuldgefühle</strong> oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor. Der <strong>Schlaf</strong> ist meist <strong>gestört</strong>, der <strong>Appetit</strong> vermindert. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, auf veränderte Lebensumstände wird nicht reagiert, es können sich so genannte &#8222;<strong>somatisch&#8220; Symptomen</strong> zeigen: <strong>Früherwachen</strong>, <strong>Morgentief</strong>, <strong>psychomotorische Hemmung </strong>(verlangsamte Kommunikation, Bewegung und Gestik), <strong>Agitiertheit </strong>(innerliche, repetitive Unruhe), <strong>Appetitverlust</strong>, <strong>Gewichtsverlust</strong>, <strong>Libidoverlust</strong>. Suizidgedanken und -handlungen sind häufig. Eine schwere depressive Episode, wie unter F32.2 beschrieben, bei der aber <strong>Halluzinationen</strong>, <strong>Wahnideen</strong>, <strong>psychomotorische Hemmung</strong> oder ein <strong>Stupor</strong> so schwer ausgeprägt sind, dass <strong>alltägliche soziale Aktivitäten unmöglich</strong> sind und <strong>Lebensgefahr</strong> durch Suizid und <strong>mangelhafte Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme</strong> bestehen kann.</p>
<p>Unterschiedliche Charakterisierungen der Episoden weisen auf den möglichen <strong>Ursprung</strong> der Störung:</p>
<p><strong>Somatogenen Depressionen</strong>: Hier ist eine andere <strong>physische oder psychische Grunderkrankung</strong> (Krebs, Schilddrüsenunterfunktion, Herzkrankheiten etc.) verantwortlich dafür, dass der Patient eine Depression entwickelt. Auch die Einnahme von <strong>Medikamenten</strong> (z. B. einer Malariaprophylaxe) oder <strong>Drogenkonsum</strong> können eine Depression verursachen.</p>
<p><strong>Endogene Depressionen: </strong>Annahme einer <strong>genetischen</strong> Veranlagung. Ob die Krankheit wirklich ausbricht und der Patient depressive Symptome entwickelt, hängt von seiner <strong>Biographie</strong> ab und davon, über welche <strong>Selbstwert-Ressourcen</strong> er verfügt. Ausgelöst wird die Krankheit stets durch eine <strong>besondere Konfliktsituation</strong>. Später reichen jedoch auch kleinere Anlässe aus, um erneut Krankheitssymptome entstehen zu lassen.</p>
<p><strong>Neurotische Depressionen</strong>: Unverarbeitete psychische Ereignisse bzw. Konflikte in der Vergangenheit des Patienten kehren in Form einer mitunter grundlos erscheinenden Depression wieder. <strong>Umwelteinflüsse</strong> und bestimmte <strong>Persönlichkeitsmerkmale</strong> spielen überdies eine Rolle bei der Ausbildung der Symptome.</p>
<p><strong>Psychoreaktive Störung</strong>: Die Depression wird durch ein <strong>aktuelles Ereignis</strong> (Unfall, Trennung, Tod einer geliebten Person, Arbeitslosigkeit etc.) ausgelöst. Auf Belastungssituationen mit Niedergeschlagenheit und Trauer zu reagieren, ist zunächst eine normale Reaktion. Zur Krankheit wird sie erst, wenn <strong>Probleme des Selbstwertes und Suizidgefahr</strong> hinzukommen oder die Trauer auch über lange Zeit hinweg nicht bewältigt werden kann.</p>
<p><strong>Weitere Formen</strong>: Bekannt sind Depressionen, die aufgrund des <strong>Lichtmangels</strong> im Herbst oder Frühjahr ausgebildet werden. Auch die <strong>Wochenbett</strong>depression nach der Geburt eines Kindes kann hierzu gezählt werden.</p>
<p>Ob die Depression nach den Symptomen bzw. gemäß der subjektiven Einschätzung als leicht, mittel oder starke zu bewerten ist, muss sich vor allem an den Kriterien der Selbstgefährdung und der <span style="display: inline !important; float: none; background-color: #ffffff; color: #333333; cursor: text; font-family: Georgia,'Times New Roman','Bitstream Charter',Times,serif; font-size: 16px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;">Gefährdung anderer </span>orientieren. Mit wachsender Leichtigkeit des Störungsverlaufs ergeben sich umso größere Möglichkeiten, auf Einzelaspekte der Störung gezielt einzuwirken &#8211; so zum Beispiel auf den Aspekt der Antriebshemmung, der direkt auf die Symptomatiken der <strong>Prokrastination</strong> hinführt.</p>
<h2>Antriebslosigkeit</h2>
<p>Antriebslosigkeit wird häufig im Rahmen einer depressiven Episode erlebt, ist aber auch als ein davon unabhängiges Störungsbild denkbar. Auslöser können z. B. sein: isolierte seelische Belastungssituationen, ein belastendes familiäres oder berufliches Aktionsumfeld, allgemeine oder konkret begründbare Perspektivlosigkeit, aber auch Energieeinbußen durch Fehl- oder Mangelernährung, bekannte oder noch unerkannte Erkrankungen, eventuell im Vorstadium, die mit Ermüdung einhergehen, wie z.B. Hypotonie oder Schilddrüsenunterfunktion, privater Stress oder beruflicher Burnout, aber auch Gründe, die direkt mit einer aversiven Haltung gegenüber einer zu bewältigenden Situation zu tun haben.</p>
<h2>Prokrastination</h2>
<p>Das prokrastinierende Verhalten ist in gewisser Weise ebenfalls an Situationen gebunden, dies aber noch viel deutlicher in einem konkret vorliegenden Kontext. Vor diesem Hintergrund wird in unserer Prokrastinationsbehandlung die triggernde Situation sehr genau und mit einem 360°-Blick auf eventuelle Empfindlichkeiten abgesucht, die mit einer oft auch unbewussten Handlungs- oder Entscheidungsverweigerung auf eventuelle Absichten reagieren. Da wir davon ausgehen, dass sich hinter einem Aufschiebereflex in aller Regel ein Schutzmechanismus verbirgt, ist dieser Trigger-Check für die Prokrastination von zentraler Bedeutung. Unter Zuhilfenahme der möglichen und klar abzugrenzenden Einflusskomponenten haben wir mit dem Akronym &#8222;LEZGO!&#8220; die systematisch Durchforstung der wichtigsten Einflussgrößen verständlich und erinnerbar gemacht. So steht das &#8222;L&#8220; für das Thema &#8222;Lernen&#8220;, stellvertretend für alles was die anstehende Erledigung oder Entscheidung an Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Kenntnissen erfordert, deren Grad der ausreichenden Verfügbarkeit u.U. zu einem ablehnenden bzw. prokrastinierenden Verhalten führt.</p>
<p>&#8222;E&#8220; will die Selbstanalyse auf das emotionale Hintergrundrauschen aufmerksam machen, das sich aus den vielleicht früher in ähnlichem Zusammenhang gemachten Erfahrungen bzw. aus den jetzt befürchteten Erwartungen nährt.</p>
<p>&#8222;Z&#8220; will anregen, die mit der aktuellen Erledigung oder Entscheidung verbundene Zielsetzung sicherzustellen: Sind die Ziele kompatibel mit den ureigenen Wünschen oder Visionen, sind sie realisierbar, auch in Bezug auf inhaltliche oder zeitliche Aspekte. Hieraus ergibt sich der Grad die Art der nötigen Motivierung, deren Vorhandensein sich in dieser Befragung erweisen muss.</p>
<p>&#8222;G&#8220; richtet die Aufmerksamkeit auf das Thema Gesundheit, und zwar der körperlichen wie der mentalen. Es wird sicherlich nicht darauf ankommen, erst einen idealen Gesundheitszustand abzuwarten, bis man sich der Erledigung oder Entscheidung stellt. Jedoch sollte klar sein, dass das körperliche und mentale Wohlbefinden den Umfang und die Qualität der Arbeit begleitet und mitbestimmt. Entsprechende Fürsorge einerseits, aber auch eine angemessene Duldsamkeit können dafür sorgen, dass die Kluft zwischen Erwartung und Realisierbarkeit nicht unüberbrückbar wird.</p>
<p>&#8222;O&#8220; steht stellvertretend für das Prinzip Ordnung und Organisation, die Fähigkeit und Bereitschaft, Strukturen zu schaffen, die den Umgang mit den Faktoren Zeit, Raum, Mit-Menschen, Ressourcen und Planung erleichtern.</p>
<p>&#8222;!&#8220; lässt Raum für die ganz besondere Komponente, die sich aus den speziellen Eigenheiten des konkreten Projektes und seinen Beteiligten ergeben könnten.</p>
<p>Auch wenn der Durchgang durch den LEZGO!-Check an einer Vielzahl an praktischen, ebenso wie psychischen Themen anrührt, die dem freien und engagierten Handeln im Wege stehen können, wenn also sowohl durch handlungsorientiertes Coaching wie durch psychotherapeutische Begleitung eine Verhaltensverbesserung angestrebt und möglich ist, bleibt die Prokrastinationsbehandlung i.a.R. näher an der konkreten Alltagsthematik, an der sich der Rat- und Hilfesuchende aufreibt. Die Frage, ob ein depressionsgeladenes Erleben zur Prokrastination führt, oder ob aus den negativen Folgen einer Prokrastination erst eine Depression erwächst, muss an dieser Stelle nicht verallgemeinernd beantwortet werden. Allerdings spricht die deutlich erkennbar in Richtung einer positiven Zukunft ausgerichteten Anti-Prokrastinations-Behandlung für die Betroffenen deutlich attraktiver als die Aussicht, vor allem erst einmal mit den Defiziten der persönlichen Vergangenheit konfrontiert zu werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
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