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	<title>Gehirn &#8211; Heilpraxis für Psychotherapie und Prokrastinations-Coaching</title>
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	<description>Prokrastinations-Coaching</description>
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		<title>Gewohnheit ist kein Symptom, sondern Gewohnheit</title>
		<link>https://www.pro-cras.de/gewohnheit-ist-kein-symptom-sondern-gewohnheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Nellen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Dec 2019 16:10:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge chronologisch]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Konditionierung]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Neuroplastizität]]></category>
		<category><![CDATA[Struktur]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht immer nur Symptom In unserem Kampf gegen Prokrastination ist uns stets die Annahme hilfreich, dass das Aufschieben als ein Symptom, Warnsignal und Hinweisgeber zu werten ist. Mit dem Selbstanalyse-Tool ... <a title="Gewohnheit ist kein Symptom, sondern Gewohnheit" class="read-more" href="https://www.pro-cras.de/gewohnheit-ist-kein-symptom-sondern-gewohnheit/" aria-label="Mehr Informationen über Gewohnheit ist kein Symptom, sondern Gewohnheit">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nicht immer nur Symptom</strong></p>
<p>In unserem Kampf gegen Prokrastination ist uns stets die Annahme hilfreich, dass das Aufschieben als ein Symptom, Warnsignal und Hinweisgeber zu werten ist. Mit dem Selbstanalyse-Tool LEDZ GO! gelingt es uns regelmäßig, die unzureichend vorbereiteten, verletzlichen Aspekte unseres Handlungs- oder Entscheidungsprojektes zu identifizieren. Manchmal aber kommt es vor, dass auch nach einer Sanierung der kritischen Punkte das Prokrastinieren sich fortsetzt. Haben wir nicht intensiv genug gesucht, oder nicht umfangreich genug behandelt?</p>
<p>All das ist natürlich möglich. Wir sollten aber nicht außer Acht lassen, dass vor allem bei lang andauernder Prokrastination der Drang zum Aufschieben längst nicht mehr den Wunsch nach Vermeidung, nach Zeitgewinn oder Entspannung ausdrückt, sondern das Ergebnis einer klassischen (Pawlowschen) Konditionierung, also eine Gewöhnung an eine Gewohnheit geworden ist:</p>
<p>Beispiel:</p>
<p>&#8211; Eine Herausforderung stellt sich uns (vorzugsweise in einer schon bekannten Thematik),</p>
<p>&#8211; typische Begleitumstände wie Schwierigkeit, Zeitrahmen, Umfang etc. sind wie immer gegeben,</p>
<p>&#8211; die reflexhafte Nutzung der Option &#8222;Aufschieben&#8220; besetzt die &#8222;Pool-Position&#8220; unter all den anderen Handlungsoptionen,</p>
<p>und prompt werden die übrigen Parameter nicht mehr ernsthaft in Betracht gezogen, ihre Überprüfung wird kurzerhand übersprungen. Das Aufschieben gewinnt.</p>
<p>Ein paar wenige Begleitumstände reichen aus, um das Reaktionsmuster &#8222;Aufschieben&#8220; in Gang zu setzen. Der Weg dahin führt über die klassische Konditionierung&#8220;und die operante Konditionierung hin zum unkonditionierten Lernen eines Verhaltens.</p>
<p><strong>Das Gehirn hat „Aufschieben“ gelernt</strong></p>
<p>Konditionierung ist die einfachste Form assoziativen Lernens, d.h. der Verknüpfung zwischen Reizen. Dabei werden zwei Reize direkt hintereinander präsentiert, wobei der erste ein Reiz ist, der normalerweise keine Reaktion auslöst, der zweite einer, der üblicherweise eine Reaktion hervorruft. Werden diese zwei Reize mehrfach präsentiert, so wird irgendwann bereits der erste Reiz allein die eigentlich zum zweiten Reiz gehörende Reaktion hervorrufen. Es hat sich eine Assoziation, Verknüpfung, zwischen dem ersten bedingten Reiz (<em>conditioned stimulus</em>) und dem zweiten unbedingten Reiz (<em>unconditioned stimulus</em>) gebildet.</p>
<p>Beispiel: Ein Hund sieht Futter (ein „unbedingter“ Reiz). Der Speichelfluss setzt ein (eine „unbedingte“ Reaktion). Fortan wird eine Glocke geläutet („bedingter Reiz“), bevor der Hund das Futter sieht („unbedingter“ Reiz). Bereits nach kurzer Zeit hat der Hund die Assoziation „Glocke=Futter“ gebildet. Allein das Läuten der Glocke wird von nun an seinen Speichelfluss auslösen. Heute arbeiten nach diesem Konzept alle Hundeprofis und -flüsterer entsprechend mit „Leckerli“ und „Knacker“).</p>
<p>Dass solche Lernprozesse ihre erkennbaren Spuren in der Biologie unseres Gehirns hinterlassen, hat spätestens die moderne Gehirnforschung mit ihren bildgebenden Apparaten bewiesen. Seitdem sprechen wir von der „Neuroplastizität“ des Gehirns, die sich im MRT und durch „Neurofeedback“ nachweisen lässt.</p>
<p>Wichtig für uns im Rahmen der Prokrastinationsüberwindung ist dabei die grundsätzliche Erkenntnis: Sich an die &#8222;Handlungs&#8220;-)Option Prokrastination zu gewöhnen ist das Ergebnis eines Lernprozesses, der sich in entsprechend involvierten Regionen unseres Gehirns und deren Zuordnung als materielle Umformung niederschlägt. Der nur scheinbar rein mentale Prozess zeigt gleichzeitig eine körperlich biologisch definierbare Struktur.</p>
<p>Hieraus ergibt lässt sich ablesen, warum zwar der Wille (&#8222;Geist&#8220;) willig sein kann, das &#8222;Fleisch&#8220; aber schwach ist: Sie beide führen unter bestimmten Voraussetzungen ein Eigenleben, das für eine nachhaltige Veränderung wieder in Verbindung gebracht werden muss.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwei für Eins</title>
		<link>https://www.pro-cras.de/doppelschlag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Nellen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Apr 2018 09:56:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge chronologisch]]></category>
		<category><![CDATA[Entlernen]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Neuronenbahnen]]></category>
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					<description><![CDATA[Damit Prokrastination aufhören kann (und nicht mehr so schnell wieder kommt), können an zwei Stellen ein wichtiger Schalter umgelegt werden: Zum einen muss ein gelerntes Verhalten wieder "entlernt" werden. Denn ... <a title="Zwei für Eins" class="read-more" href="https://www.pro-cras.de/doppelschlag/" aria-label="Mehr Informationen über Zwei für Eins">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Damit Prokrastination aufhören kann (und nicht mehr so schnell wieder kommt), können an zwei Stellen ein wichtiger Schalter umgelegt werden:</p>
<pre>Zum <strong>einen</strong> muss ein gelerntes Verhalten wieder "entlernt" werden. Denn etwas zu tun (oder, wie bei der Prokrastination, etwas nicht zu tun), und dafür mit einem inneren Wohlgefühl belohnt zu werden, ist die Basis für jedes langfristig wirksame Lernen. Etwas auf diese Weise Gelerntes wieder zu "entlernen" erfordert einen gehirntechnischen Doppelpass: Eine (alte und unbrauchbare) Neuronenbahn nicht mehr zu nutzen und eine andere dafür neu anzulegen und rasch zu verstärken.

Zum <strong>anderen</strong> lebt der Anti-Prokrastinations-Prozess davon, dass das konkrete, das "<em>gefährliche</em>" Thema konsequent angegangen wird. Das verlangt Mut, Überwindung der Scham, Akzeptanz der bisher gemachten Fehler, eine Neubewertung alter Überzeugungen und Neuformulierung hilfreicher Glaubenssätze, und sehr wahrscheinlich auch eine zeitweilig Unterstützung für die praktische Abwicklung und eine gelegentliche Ermutigung.</pre>
<p>Es wird deutlich, dass das &#8222;Entlernen&#8220; eng mit dem Tun zusammenhängt: In ihm werden die erwünschten neuen Neuronenbahnen angelegt. Trotzdem bleiben die beiden Aktionsebenen (die des &#8222;Entlernens&#8220; <strong>und</strong> die des &#8222;prokrastinationsrelevanten Themas&#8220; jeweils für sich einzeln zu bearbeitende Aufgaben, die erst nach ihrer Erledigung zusammengeführt zu der erwünschten Situation führen: dass nämlich mit einem Mal das Prokrastinieren  nicht mehr nötig bzw. gänzlich sinnlos geworden sein wird.</p>
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