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	<title>Eingeständnis &#8211; Heilpraxis für Psychotherapie und Prokrastinations-Coaching</title>
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		<title>aufschiebesüchtig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Nellen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Mar 2019 08:19:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge chronologisch]]></category>
		<category><![CDATA[Demut]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal ist es ein gewisser Stolz, der aufkommt, wenn man sich bewusst wird, dass man nicht nur aus eskapistischen (realitätsfliehenden) Gründen aufschiebt, sondern eines inneren Genusses wegen: Das Überschreiten von ... <a title="aufschiebesüchtig" class="read-more" href="https://www.pro-cras.de/aufschiebesuechtig/" aria-label="Mehr Informationen über aufschiebesüchtig">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #b00000; font-family: Calibri;">Manchmal ist es ein gewisser <strong>Stolz</strong>, der aufkommt, wenn man sich bewusst wird, dass man nicht nur aus eskapistischen (realitätsfliehenden) Gründen aufschiebt, sondern eines inneren Genusses wegen: Das Überschreiten von Grenzen und Geboten, das Einführen eines eigenen Rhythmus in den vorprogrammierten Ablauf geben den Anschein einer Selbstwirksamkeit  – wie das Anzünden einer Zigarette oder der selbstgenehmigte Drink. Die Nicht-Konfrontation mit dem Unangenehmen kann eine süchtig machende und leicht zu wiederholende Erfahrung sein. Es führen also zu einem hartnäckigen Aufschieben noch ganz andere Gründe als nur die immer wieder beschworene Angst vor dem Problemthema &#8211; und du wirst die meisten davon bereit kennen: </span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri;">1.</span><span style="font: 7pt 'Times New Roman'; margin: 0px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;">       </span><span style="font-family: Calibri;">die <strong>Faszination</strong>, wie leicht man sich das Leben leicht machen kann – eine leicht verfügbare &#8222;Handlungs&#8220;-Option ohne zu handeln; </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri;">2.</span><span style="font: 7pt 'Times New Roman'; margin: 0px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;">       </span><span style="font-family: Calibri;">die Erfahrung von überraschend auftauchender <strong>Schuld</strong>, wo man doch ein ganz tadelloses Leben führen wollte; </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri;">3.</span><span style="font: 7pt 'Times New Roman'; margin: 0px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;">       </span><span style="font-family: Calibri;">die reizvolle Hingabe in die erste <strong>Kapitulation,</strong> wenn man spürt, dass der &#8222;Wille&#8220; sich einer stärkeren Macht unterwerfen muss; </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri;">4.</span><span style="font: 7pt 'Times New Roman'; margin: 0px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;">       </span><span style="font-family: Calibri;">die <strong>Idealisierung</strong> des Aufschiebens als „Eigenmächtigkeit“ und erfolgreiche, kunstvolle Jonglage von Situationen und Terminen;</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri;">5.</span><span style="font: 7pt 'Times New Roman'; margin: 0px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;">       </span><span style="font-family: Calibri;">die <strong>Scham</strong>, weil das perfekte Bild, das man von sich gezeichnet hat, vor sich selber, vor den Kollegen und vor der Familie nicht mehr aufrecht zu halten ist; </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri;">6.</span><span style="font: 7pt 'Times New Roman'; margin: 0px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;">       </span><span style="font-family: Calibri;">die <strong>Selbstaufgabe</strong>, bei der man sich weiter und weiter in den Aufschiebestrudel wie in ein vermeintliches Schicksal fallen lässt; </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri;">7.</span><span style="font: 7pt 'Times New Roman'; margin: 0px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;">       </span><span style="font-family: Calibri;">das <strong>Bedürfnis der Sicherheit</strong>, die man dort sucht, wo nichts zu erwarten ist: in der Zukunft; </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri;">8.</span><span style="font: 7pt 'Times New Roman'; margin: 0px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;">       </span><span style="font-family: Calibri;">die <strong>Heimlichkeit</strong>, bei der, wie in einer versteckten Beziehung, ein Offenlegen der verbotenen Sünde genauso ersehnt wie unmöglich ist;</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri;">9.</span><span style="font: 7pt 'Times New Roman'; margin: 0px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;">       </span><span style="font-family: Calibri;">der <strong>Mangel</strong>, der schon bald als Folge der existentiellen Selbstzerstörung zu neuen und glorifizierten Daseinsformen führt, und der einer der treuesten Begleiter der Prokrastination ist; </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri;">10.</span><span style="font: 7pt 'Times New Roman'; margin: 0px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;">   </span><span style="font-family: Calibri;">das <strong>Ein-Geständnis</strong>, vor sich und vor den anderen, dass das Spiel aus ist („Les jeux sont fait“, bedeutet keineswegs, dass damit alles gelaufen ist: die Kugel rollt unbeirrbar weiter bis zum chaotischen, sprunghaften Ende)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri;">11.</span><span style="font: 7pt 'Times New Roman'; margin: 0px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;">   </span><span style="font-family: Calibri;">die <strong>Demut</strong>, aus Scham geboren und im Sich-Aufbäumen schnell wieder verloren, wo doch eigentlich und zum ersten Mal so etwas wie Verantwortung aufkommen sollte;</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri;">12.</span><span style="font: 7pt 'Times New Roman'; margin: 0px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;">   </span><span style="font-family: Calibri;">die <strong>Rettung</strong>, denn es gibt immer jemanden, der Hilfe anbietet und Rettung verspricht;</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri;">13.</span><span style="font: 7pt 'Times New Roman'; margin: 0px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal;">   </span><span style="font-family: Calibri;">der <strong>Rückfall</strong>, weil diese Hilfe nicht hilft, da sie eben nur &#8222;Hilfe&#8220; ist, und nicht Veränderung zum Ziel hat;</span></span></p>
<p><span style="font-family: Calibri;"><span style="color: #b00000;">Wenn dann das versprochene Gefühl von Glückseligkeit zum x-ten Male gebrochen wurde, dann gibt es auch noch</span></span></p>
<p>14.   die <strong>Heilung</strong>, die nur aus der Selbsterkenntnis kommen kann, und die deswegen nie dauerhaft ist, und die in immer neue Stadien des mehr oder weniger kontrollierten Aufschiebens mündet.</p>
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