Was man gegen Prokrastination tun kann

Als Erstes: Eine Veränderung der Perspektive

Das Ziel der PROKRASTINATIONSBERATUNG ist es nicht, darauf hin zu arbeiten, dass Prokrastination verschwindet (auch wenn ein solches Ergebnis letztendlich der nicht verhinderbare und gerne begrüßte Nebeneffekt einer erfolgreichen Prokrastinations-Beratung sein wird). Das Ziel ist vielmehr, dass Sie als Betroffene/r zu einer Entscheidung zugunsten eines klaren, bewussten und verantwortungsvollen Verhaltens gegenüber einer anstehenden, wichtigen, zeitlich gebundenen Erledigung oder Entscheidung kommen, die Sie ansonsten wohl weiter im Unbestimmten aufgeschoben hätten. Es geht, knapp gesagt, um die (zeitgerechte) Erledigung Ihres Vorhabens, nicht um Nicht-Prokrastination. Was sich so ähnlich anhört, ist bei genauem Hinschauen eine wichtige Veränderung der Ziel-Definition: Sie sucht Verbesserung, nicht Verhinderung.

Nicht das Nicht-Aufschieben ist das Ziel, sondern das Erreichen des Zustands, in dem das Erledigen ohne zu prokrastinieren möglich ist.

Dieser Zustand ist auf vielerlei Weise denkbar, und Prokrastination spielt dabei eine ganz andere Rolle, als Sie bisher dachten:

Die Rolle des Aufschiebereflexes ist es, auf die akut agierenden Faktoren aufmerksam zu machen, die für das erwünschte Ergebnis optimiert werden sollten.

Notwendigkeit des Perspektivwechsels

Mit diesem Perspektivwechsel wird deutlich, dass es einen radikalen Unterschied gibt zwischen dem Drang zum Aufschieben und dem Akt des Aufschiebens selber. In diesem Unterschied liegt Ihre Chance, die Veränderung anzusetzen.

Die üblichen Schritte ins Prokrastinieren

Erst ganz am Ende wird prokrastiniert

Wichtig zu verstehen ist: Prokrastinieren selber ist nicht der Ausgangspunkt, sondern ein nachgeordnetes Phänomen.

Vor dem Prokrastinieren verspüren wir zunächst einen Drang zum Aufschieben, der, wie ein Schutzreflex, sich gegenüber einer in gewisser Weise infizierten, „gefährlichen“ Situation einschaltet, so dass die innere Entscheidung zum sofortigen Erledigen oder Ablehnen nicht getroffen werden kann.

In dieser unsicheren Lage bietet der Aufschiebereflex eine Kompromisslösung: Nicht Ablehnen, nicht Erledigen wird favorisiert, sondern Abwarten. Unbestimmt bleibt dabei, was während des Abwarten tatsächlich geschehen soll (Abwasch machen, YouTube schauen, irgendeiner Ablenkung folgen?), wo das Ende des Abwartens sein kann, und wie es am Ende des Abwartens weitergehen soll.

Ein freier Wille bis zum Schluss

Auch das reflexhafte Einschwenken in eine emotionale, kognitive oder praxisbezogene Neuausrichtung gegenüber dem Projekt ist noch nicht das Aufschieben selber. In diesem sehr kurzen, aber gleichwohl wahrnehmbaren Moment der Neuorientierung besteht immer die Möglichkeit eines Innehaltens, einer Korrektur, einer Willensänderung. die immer möglich ist, aber bestimmte Voraussetzungen erfordert.

So viele Möglichkeiten zu prokrastinieren

Um im Entscheidungsprozess für oder gegen eine sofortige Erledigung eines Projekts einen Weg zu finden, gibt es eine Vielzahl von immer wieder neu sich darbietenden Konstellationen: aus der eigenen mentalen und physischen Verfassung, aus den Gegebenheiten des Projekts, und aus der Kompatibilität der jeweiligen Faktoren.

Entsprechend groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Drang zum Aufschieben auch zur Verwirklichung kommt: Jeder prokrastiniert sein Projekt auf die ihm eigene Weise. Deswegen kann sich Prokrastination auf bei so vielen Menschen, Institutionen, gesellschaftlichen Bereichen, Altersgruppen, Tätigkeitsgebieten etc., austoben.

Wenn sie nicht mit einen beherzten „Augen zu und durch!“ übersprungen werden kann, bietet sich vor allem an , die typischen Auslösefelder des Prokrastinierens durchzuscannen, um das dort blockierte bzw. blockierende Energiepotenzial kennen zu lernen – und seinen bisher verborgenen Nutzwert zu entdecken.

Um den Nutzen des Drangs zum Aufschieben trotz der Komplexität der Möglichkeiten sinnvoll durchtesten zu können, haben wir in der PROKRASTINATIONSBERATUNG ein Analyse-Tool entwickelt, das sehr schnell und sehr zielgenau die sensiblen Bereiche aufspürt, in denen der Reflex zum Prokrastinieren seine Rolle als Schutzreflex antritt. Wir haben es den LEDZ GO!©-Scan genannt, damit Sie sich ihn gut merken können, denn er ist der in dieser Form der rote Faden, der Sie schnell und sicher durch den Analyse-Prozess hindurchführt.

Den Nutzen extrahieren

Erst wenn dieser letzte Moment der Haltungsänderung nicht wahrgenommen wird, schlägt das Verhalten gegenüber dem Projekt in ein manifestes Aufschiebe-Wollen, in ein Prokrastinieren „mit allem Drum und Dran“ um.

Bevor der Prokrastinations-Modus eingeschlagen wird, gibt es aber noch einige Momente, in denen zu einer entsprechende Verhaltensform gefunden wird. Sie wahrzunehmen heißt, hier noch etwas statt des Prokrastinierens tun zu können:

Hier bietet sich an, die jetzt zugänglichen Informationen, der Drang zum Aufschieben als integrale Bestandteile des Schutzeflexes in sich trägt, freizulegen und zu verwerten.

Erst am Ende steht die Prokrastination

Das Erreichen eines manifesten Prokrastinierens baut sich stets in drei Stufen auf:

1. Begegnung mit dem Projekt und Reaktion zum Drang zum Aufschieben bzw. Aufschiebe-Reflex,

2. Nachgeben dem Reflex und bewusste oder unbewusste Entscheidung zum Aufschieben,

3. Wechseln in solche Denk- und Verhaltensweisen, die den ursprünglichen Erledigungsimpuls in ein funktionales Prokrastinieren umwandeln.

Diese Schritte entstehen aus einer übermäßigen Konzentration auf Aspekte des Prokrastinierens, und sie verlieren Schritt für Schritt das Ursprungsthema, das Vorhaben mit seinen Zielen und Querständen, aus dem Auge.

Solange man sich mit dem Prokrastinieren und selbst mit dem Nicht-Prokrastinieren als Tätigkeitsoption beschäftigt, ist dem aufgeschobenen Vorhaben nicht geholfen.  Die meisten Prokrastinations-Hacks tun aber genau dies: Sie suchen in der Art und der Umgehung des Prokrastinierens die Lösung des Problems.

Die aber ist außerhalb des Prokrastinierens zu finden: im Betroffenen, in seinem Projekt und in der besonderen Beziehung zwischen diesen beiden.

Der Weg vorbei an der Prokrastination, um der sich stets gerne anbietenden Prokrastination nicht in die Falle zu gehen, und um bereit für neue Lösungen zu sein

1. Den Aufschiebereflex bewusst wahrnehmen

2. Innehalten im Reflex und die mit dem Drang zum Aufschieben verbundenen Gefühle wahrnehmen

3. Mittels deren strukturierter Befragung nach ihrem Informationsgehalt befragen. Der hierfür entwickelte LEDZ GO!©-Scan berührt systematisch die sieben typischen Entstehungsfelder für Prokrastination.

4. Bemerken, dass die Lösungen nicht in der Prokrastinationsvermeidung liegen, sondern in Maßnahmen zur Beziehungsverbesserung an den sensiblen Kontaktpunkten zu Ihrem Projekt.


Weitere Informationen siehe hier bzw. gerne unter:

E-Mail: info@pro-cras.de, Tel. fix: 0211 9991656, Tel. mobil: 01520 9887966