Die Prokrastination des Künstlers

Selbständige künstlerische Arbeit kennt diese nervigen Momente des Stillstands: Schreibhemmung, Kreativitätsleck, unerklärliche Arbeitsblockade. Der Fluss strömt nicht, Zweifel kommen auf, Rückschläge drohen, kreative Momente werden vertagt, während für eine Weile der purer Fleiß die einzige Rettung ist.

Was in diesen Schwarzen Löchern der Kreativität passiert ist die pure Prokrastination: Das Potenzial, die (künstlerischen) Ressourcen sind noch immer vorhanden, sie sind aber  nicht mehr zugänglich.

Was pro-cras hierbei leisten kann ist „Kunst-Therapie“ im anderen Sinne: Nicht Therapie durch die Mittel der Kunst, sondern Heilung der künstlerischen Impulsivität als solche. Ein vermessener Anspruch? Nach unserer praktischen Erfahrung nicht!

Auch die Entfaltung kreativ-künstlerischer Prozesse ist in gewissem Umfang den neurologischen Signalgebern unterworfen. Die dort bekannten Reaktionsmodelle von „Kampf“ oder „Flucht“ lösen auch in der künstlerischen Betätigung Arbeitsimpulse aus, die der Kreativität dienen, und die, wie dort, durch bestimmte „Schreckmomente“ in Lähmung und Immobilität umschlagen können. Das scheinbare Idealbild wäre das Prinzip des ubuntu, des Sich-aufgehoben-Fühlens in einer tragenden, wohlgesonnenen Gemeinschaft. Aus welcher dieser Szenarien der künstlerisch Tätige Mensch die meiste Energie schöpfen kann, mag individuell verschieden sein. Wichtig bleibt aber, dass der vom lähmenden Prokrastinieren Betroffene sich in die Lage versetzt, seine Situation überschauen, einschätzen und für seine autonome Arbeit nutzen zu können.

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