catastrophy

Aufschieben und Game-Spaß – endlos

Etwas Unangenehmes aufschieben und die dadurch freigewordene Zeit mit etwas Angenehmerem füllen, dafür bieten sich viele Ersatztätigkeiten an, die wir grundsätzlich in zwei Kategorien aufteilen können: Tätigkeiten, die irgendwann fertig sind und potenziell wieder zurück zur Hauptaufgabe führen können, und andere, die gar nicht erst fertig werden. Erstere kann man rasch einmal dazwischen schieben: das Handy bedienen, die Arbeitsmittel sortieren, den Schreibtisch aufräumen, schnell noch einen Kaffee kochen, und ‚gut is‘.

Die anderen sind solche, die zulassen, dass die aufgeschobene Aufgabe mit Sicherheit in absehbarer Zeit nicht mehr auf den Bildschirm kommt. Dazu gehört die zweitwichtigste, aber gleichzeitig angenehmere Hauptaufgabe. Ihre Erledigung gibt das Gefühl, ebenso gerechtfertigt zu sein wie die aufgeschobene erste, und bekommt damit sogar noch einen zusätzlichen Motivationsbonus. Ist sie erledigt, ist der Arbeitsschub möglicherweise erst einmal vorbei, und ein entspannendes Game ist Zeitvertreib und Belohnung zugleich. Wird dabei ein „endless“ oder „open end“-Game gewählt, ist das allerdings Wasser auf die Mühle weiteren Aufschiebens.

Viele der Games, die in der Aufschiebezeit gespielt werden, kann man nämlich nicht „durchspielen“. Sie kommen nicht zu einem definitiven Ende. Anders als beim „Schach matt“ werden die Uhren nicht wieder auf Null gestellt für einen neuen Entscheidungsspielraum, der auch zu Gunsten der bisher aufgeschobenen Aufgabe genutzt werden kann. Hier wird das abschließende Gefühl des Gewonnen-Habens unmittelbar umgelenkt auf ein neues Spiel-Niveau, das nahtlos zu einer neuen Spielsequenz führt. Dass hier recht bald die Grenze zwischen Spaß und Sucht spielend erreicht wird, wissen die Spielehersteller ebenso gut wie die Gamer selbst. Die gedankliche oder emotionale Auseinandersetzung mit dem problematischen Aufschiebethema kommt einfach überhaupt nicht in Betracht.

Inzwischen sind die Zusammenhänge zwischen süchtigem (Computer-)Spielverhalten und ausgeprägtem Aufschiebeverhalten in der Mediendiskussion und der therapeutischen Suchtbetreuung ausreichend bekannt, um auch in Bezug auf die Prokrastination deutliche Gemeinsamkeiten zu erkennen: Aufschiebeverhalten kann „süchtige“ Ausmaße annehmen, und das kann aus einem anderen suchtähnlichen Verdrängungsverhalten entstehen. Die Kriterien jedenfalls sind die selben:

Beeinträchtigte Kontrolle, was die Intensität, Häufigkeit und Dauer der gewählten Ablenkung anbelangt.
Priorisierung des Ersatzthemas bis hin zum vollständigen Verdrängen der wirklich wichtigen Aktivitäten.
Weitermachen trotz negativer und als schädigend bekannter Konsequenzen.

Auf jeden Fall ist für alle, die ihr Aufschiebeverhalten als störend oder gar selbstschädigend erleben, ein Prokrastinations-Coaching bzw. eine therapeutische Unterstützung immer dann hilfreich, wenn die Mittel zur Selbsthilfe nicht mehr ausreichen.

Ein ausführliches telefonisches Orientierungsgespräch kann erste Klarheit schaffen, ist ohne Verpflichtung und kostenfrei!

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