Prokrastination und Burnout

Erschöpfung, körperlich, mental oder emotional, findet sich oft genau dort, wo Prokrastination zu beobachten ist: als Ursache, wenn die Batterien leer sind, oder als Folgeerscheinung, weil das fortgesetzte Nicht-Erledigen von Wichtigem immer kompliziertere Hindernisse auftürmt. Deswegen liegt „Burnout“ immer auch im Aufmerksamkeits-Spektrum bei der Prokrastinations-Arbeit.

Dass Burnout keine Mode-Diagnose, wohl aber ein zeittypisches Phänomen ist, zeigt sich sehr deutlich an den Gegebenheiten an seinem Ursprung: Überlastung, permanente Verfügbarkeit und unausgeglichenes Verhältnis zwischen Leistung und Entlohnung, fehlende Wertschätzung und Verlust der eigenen Werte, unklare oder nicht zu verwirklichende Rollenvorstellungen führen zum Verlust an Freude, Selbstwertgefühl und Motivation. Stattdessen machen sich Ängste, depressive Verstimmungen und Antriebslosigkeit breit. Die Aufforderung, in dieser Gesamtsituation mit dem Aufschieben aufzuhören, wäre nicht nur sinnlos. Sie würde im Gegenteil negative Kräfte freisetzen, die hinter dem „Symptom Prokrastination“ unbewusst fürsorglich zurückgehalten werden.

Burnout oder Depression?

Keineswegs dasselbe, sondern an wichtigen Stellen unterscheidbar!

Depression ist Ausdruck einer ausgeprägten, psychisch belastenden Antriebslosigkeit, die eine innerpsychisch/neurologische Ursache hat und auf auf dieser Ebene therapeutische Versorgung benötigt.

Ganz anders der Burnout, der deswegen auch nicht auf dieselbe Weise wie die Depression behandelbar ist: Burnout ist Ausdruck einer massiven Erschöpfung. Die Ursache liegt in der Regel außerhalb des/r Betroffenen:

  • unsicheres Arbeitsverhältnis
  • zulange Arbeitszeiten
  • nicht befriedigendes Entlohnungs-/Leistungs-Verhältnis
  • unklare Trennung von Privat- und Berufsleben
  • starke emotionale Abnutzung
  • Erfahrung von Mobbing und Respektlosigkeit
  • hoher perfektionistischer Anspruch an die eigene Leistung
  • Schönreden der Belastung und Überforderung

Die „Behandlung“ des Burnout-Syndroms erfolgt konsequenter Weise dadurch, dass an den relevanten Stellen „der Druck vom Kessel“ genommen wird. Medikamente sind dabei nicht zielführend! Vielmehr sind die druckerzeugenden Mechanismen zu identifizieren und zurückzunehmen, schädliche Automatismen zu unterbrechen und neue Handlungs- und Reaktionsoptionen einzurichten. Eine fachlich erfahrene Begleitung kann helfen, aus einer eventuellen „Betriebsblindheit“ herauszufinden und den Blick für Verhaltensalternativen  und ihre Verwirklichung zu öffnen.

300.000.000.000 (dreihundert Milliarden) Euro

So unglaublich hoch sind die Kosten, die pro Jahr der Volkswirtschaft entstehen, wenn Arbeitnehmer ihre Krankheiten nicht versorgen lassen, sondern sich irgendwie so durchschleppen, wie das bei Erschöpfung und Ausgebranntsein („Burnout) regelmäßig der Fall ist – was weder für die Wirtschaft noch für die persönlich Betroffenen dauerhaft akzeptabel ist.

Wenn also Prokrastination sich im Zusammenspiel mit ungeklärter Arbeitsüberlastung („ich schaff das alles nicht mehr“, evtl. Tinnitus, Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerz oder Ruhelosigkeit), mit emotionalen Überreaktionen (innere Leere, Hilflosigkeit, Aussichtslosigkeit oder Schwermut) oder mit dem Abbau der geistigen oder körperlichen Investitionsbereitschaft (Distanzierung, Rückzug, Desinteresse) zeigt, dann ist der „Notfall-Plan Burnout“ erforderlich.

Dieser bedeutet grundsätzlich die Wiederherstellung und Verfügbarmachung der körperlichen, emotionalen und mentalen Ressourcen bei gleichzeitiger sofortiger Vermeidung jedes weiteren Energieabflusses. Konkret meint das:

Nein sagen, delegieren, Pausen einlegen, äußere Störungen (Media, Internet, TV) vermeiden, körperliche Aktivitäten und Naturerlebnisse, Verminderung der Genussmittel (Kaffee, Zigarette, Alkohol) und Substanzen, unterstützende positive Ernährung – und vor allem das Einbeziehen der persönlich Nahestehenden, damit sie diese dringend notwendigen Verhaltensänderungen wohlwollend und unterstützend begleiten.

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