LEZ GO!© & Co.

 

„Es geht nicht darum, was man wollen soll, sondern was man wollen will.“ 

- Rüdiger Safranski, Philosoph und Schriftsteller -

Totstell-Reflex und pro-cras

Ein wiederkehrendes Aufschiebeverhalten ist für die Betroffenen oft verwirrend, weil doch eigentlich der Wille zur Erledigung oder zur Entscheidung vorhanden ist, aber trotzdem sich nicht durchsetzen kann. Ein Problem des Wollens, des Könnens, gar des Charakters? Wohl in erster Linie ein Reflex, genauer gesagt: Der entwicklungsgeschichtlich als zweckvoll weitergegebene Totstellreflex immer dann, wenn Kämpfen oder Davonlaufen nicht möglich, Verhandeln oder Unterwerfen keine Option sind.

Der Totstellreflex, auch Schreckstarre genannt, ist eine im Tierreich weit verbreitete Überlebensstrategie, die für den Menschen allerdings, wo sie sich als Prokrastination äußert, eher schädliche Folgen hat. Trotzdem neigen 80% der Menschen dazu, fassungslos und kataleptisch auf schwere Krisen zu reagieren, 10% dazu, sogar genau das Falsche zu tun, und nur die übrigen 10% finden zu einem überlegten und rationalen Reagieren.

Der Aufschiebe-Reflex wird i.d.R. durch einen emotionalen Konflikt ausgelöst, der nicht erkannt oder nicht aufgelöst werden kann. Genau hier wird Ihnen pro-cras wertvolle Hilfe leisten.

Tipps und Tricks, und der genaue Blick

Wer unter seiner Aufschiebegewohnheit leidet, möchte sie loswerden und findet Internetlinks und Literatur zuhauf – hat sie vielleicht auch schon aufgesucht. Auch auf unserer Website finden sich der Vollständigkeit halber eine Reihe von Hinweisen, vor allem im pro-cras-Blog und unter dem Link → 72 Tipps und Tricks. Sie sind hilfreich im Verständnis des Aufschiebeverhaltens und unterstützen die Anti-Prokrastinationsarbeit.

Was jedoch bleibt ist die Herausforderung, in der Anwendung der Tipps konsequent zu bleiben und nicht beim nächsten Mal wieder in das alte Muster zurück zu fallen. Hieraus wird deutlich: Nicht das Aufschieben selbst erweist sich als das wirkliche Problem, sondern der Impuls, der zum Auslöser des Aufschiebereflexes wird.

Unser Grundanliegen

Das Grundanliegen bei pro-cras ist daher, Handlungszurückhaltung und Prokrastination als eine kreative Antwort auf verwirrende oder lähmende Lebensumstände, als ein Orientierungs-„Verhalten“ (im Sinne von „Innehalten“) in Übergangsphasen und als veränderbares Persönlichkeitsmerkmal wahrzunehmen.

Wissenschaftliche Basis unserer Arbeit

Die oft vielschichtige Gemengelage im Moment der Handlungsentscheidung ist von der Psychologie und von der Wirtschaftswissenschaft in unterschiedlichen Theorien festgehalten worden. So etwa in dem Modell der Leistungsmotivation nach Atkinson, dem Erwartungs/Wert-Modell oder ganz speziell in der „Prokrastinationsformel“ des Verhaltensökonoms Dr. Piers Steel. Ihre Gültigkeit in der Entstehung von Prokrastination wird letztlich bestimmt durch die jeweilige Befindlichkeit des Entscheidenden im konkreten Moment der Entscheidung: Ob ich eine Aufgabe mit aller Beharrlichkeit durchziehe, hängt wesentlich von meiner subjektiven Einschätzung der Wahrscheinlichkeit meines Erfolgs angesichts der gefühlten Schwierigkeit der Aufgabe ab. Hieraus ergibt sich die alles bestimmende Vorwegnahme des mich erwartenden Erfolgsgefühls oder Misserfolgsgefühls und meine Bereitschaft, mich sehr bereitwillig ablenken zu lassen oder mich zu fokussieren.

Die Summe der psychologischen, sozialwissenschaftlichen und verhaltensökonomischen Erkenntnisse haben wir in unsere pro-cras-Arbeit einfließen lassen. Sie wird ergänzt durch das, was Sie selbst an persönlicher Prokrastinations-Erfahrungen in unser gemeinsames Gespräch mitbringen.

Der erste Schritt: Analyse der subjektiven Einschätzung

Die wichtigsten Einflussgrößen für Ihr Prokrastinationsverhalten erfassen wir die wir mit dem LEZ GO!©-Check, unserem Analyse-Tool, das uns an die sensiblen Orte Ihres Vorhabens führt. In diesem Arbeits-Titel steht L für Lernen und alles, was an Kenntnissen und Fähigkeiten notwendig wäre, E für die begleitenden Emotionen, hinderlichen Erfahrungen und Erwartungen, Z für Zielsetzung und Motivation, G für den Status der körperlichen und mentalen Gesundheit, O für Organisation, Ordnung und Struktur und ! für die Empfänglichkeit für jede Art von Ablenkung und Impulsivität. Die Durchführung des LEZ GO!©-Checks wird Ihnen in der Beratung erklärt; sie ist in ausführlicher Form Gegenstand und Grundlage unserer Coachings und therapeutischen Begleitung.

Im Ergebnis des LEZ GO!©-Checks zeigt sich sehr deutlich, auf welche Weise das aufschiebende Verhalten gezielt veränderbar ist: Ob beispielsweise vor allem durch eine Unterstützung der Konzentrationsfähigkeit (!) oder eine Anpassung des erforderlichen Kenntnisstands (L). Auffälligkeiten unter dem Buchstaben (E) weisen meist auf elementare Störfelder hin, die eine besondere Beachtung erfordern. Es sind vor allem die Hemmungen aus dem emotionalen Bereich, die der Tendenz zum Aufschieben eine besondere Hartnäckigkeit verleihen.

Einzelheiten zu LEZ GO!© und zum LEZ GO!©-Fragenkatalog finden sich → hier

Der zweite Schritt:  Aufschieben ist nicht länger eine Option

Der zweite Schritt enthält zunächst die Entscheidung, ob die beabsichtigten Veränderungen im Selbstcoaching und aus eigener Kraft oder unter fachkundiger Begleitung angegangen werden sollten.

Mithilfe des vorbereitenden LEZ GO!©-Checks ist bereits der Weg erkennbar, in welcher Weise die Tendenz zum Aufschieben aufzulösen ist: Praktische, organisatorische oder ordnende Maßnahmen (O), vielleicht auch Korrekturen in der Zielsetzung oder der Motivation (Z), oder auch die Einübung von Methoden des mentalen Selbstmanagements und die Wahrnehmung eventueller antriebsmindernder körperlicher Erkrankungen (G) sh. → http://www.pro-cras.de/der-lez-go-fragenkatalog

Emotionale Hemmnisse und Widerstände (E) führen indes die Betroffenen nicht selten an „tiefere“ Bereiche, deren respektvolle Erkundung und „Entschlüsselung“ eine weniger pragmatische, dafür umso einfühlsamere Vorgehensweise erfordert. Der achtsame Blick ins Innere erzeugt unter Umständen den Wunsch, diesen sensiblen Bereich von der „Alltagspersönlichkeit“ zu trennen oder hinter besonderer Leistungsorientierung zu verbergen – was allerdings das störende Verhaltensmuster weiter aufrecht erhält. Diesen Blick jedoch zu halten, nicht auszuweichen, sondern im geschützten Raum des Coachings neue Stärken und Handlungsoptionen zu lernen, macht das bisherige Ausweichen in die Zukunft, ins Prokrastinieren, künftig überflüssig.

Weiterführende Informationen: pro-cras Prokrastinations-Beratung info@pro-cras.de, fix: 0211 999 1656, mobil: 01520 988 7 966