Hyper-Prokrastination

Das gelegentliche Aufschieben einer Entscheidung oder einer Erledigung wird dann zur „Prokrastination“ , wenn es nicht mehr ohne Weiteres kontrollierbar ist, oder wenn es besonderer Maßnahmen bedarf, um überwunden zu werden. Häufig geht es dabei um  als schwierig oder unangenehm empfundene Themen, die als solche oder hinsichtlich der daraus erwarteten Konsequenzen eine Kaskade negativ-emotionaler Erinnerungen freisetzen.  Coaching- und therapeutische Maßnahmen sind in der Lage, eine wirksame Differenzierung zwischen dem nicht bewältigten vergangenen und dem akuten Gegenwartsgeschehen zu vollziehen, so dass der Aufschiebereflex als nicht mehr situationsgemäß erkannt und als unpassend vermieden werden kann. Dieser Prozess findet in der inneren Auseinandersetzung zwischen dem Erledigungserfordernis einerseits und den Blockadetriggern andererseits statt.

Bei der „Hyper-Prokrastination“ hat sich das Gewöhnungspotenzial auf eine andere Ebene verlagert: Im Zusammenhang mit einem bereits etablierten Prokrastinationsthema wird die Auseinandersetzung zwischen dem Handlungserfordernis und dem wiederkehrenden und unüberwinbaren Vemeidendungswunsch als bereits abgehandelt und gegeben betrachtet. Der Kampf „jetzt oder später“ ist nicht mehr Gegenstand des Aufschiebens. Vielmenr wird das Aufschieben selber zur nicht mehr hinterfragten Gewohnheit. Dieser Gewöhnung fällt dann auch das (falsch-)motivierende Erleichterungsmoment zum Opfer, das in der „einfachen“ Prokrastination verstärkend noch das Belohnungszentrum anspricht.

In dieser Hinsicht ist das Geschehen der fortgeschrittenen „Hyper- Prokrastination“ vergleichbar mit dem Toleranzstadium gegenüber einem beliebigen Suchtmittel: Es geht nicht mehr darum, einem Konflikt auszuweichen und dadurch einen Erleichterungsmoment zu erleben, sondern darum, die Gewohnheit fortzusetzen. Das Prokrastinieren hat sich als in sich geschlossenes Verhaltensmuster verselbständigt. Aus einem wiederholten Aufschieben ist eine Hyper-Prokrastination geworden.

In der Behandlung der „einfachen“ Prokrastination hat sich der LEZGO!-Check als wertvolles Analyse-Instrument bewährt, das allerdings in der Hyper-Prokrastination eine erweiterte Rolle zugewiesen bekommt: Hinsichtlich der Hyper-Prokrastination geht es nicht mehr um die unmittelbare Identifikation und Behandlung verhindernder oder aversiver Konflikte. Vielmehr steht erst einmal die Überwindung einer nicht weiter differenzierten Gewohnheit zur Debatte, die erst nach ihrer Auflösung ihre analytischen Hintergründe preisgeben wird. So ist der LEZGO!-Check im ersten Durchgang ein diagnostisch-analytisches Instrument und wird bei der Nachbehandlung zum Signalgeber der jeweils aufgerufenen Problembereiche.

Ein ausführliches telefonisches Orientierungsgespräch wird weitere Klarheit schaffen, ist ohne Verpflichtung und kostenfrei! Du kannst es hier vereinbaren:

info@pro-cras.de – 0211 999 1656 – 01520 988 7 966