Emotionen sind einfach schneller

Prokrastination ist in Wahrheit eine Frage der Organisation der Gefühle, nicht der Zeit.

Prokrastination ist eine Frage der Emotionen, wobei nicht das ‚angenehm‘ oder ‚unangenehm‘, sondern das ‚adaptiv‘ oder ‚maladaptiv‘ wichtig für uns ist.

– Peter Nellen, Prokrastinations-Coach

Im  Chaos der Gefühle

„im Chaos der Gefühle“ war der Titel eines TV-Ehe-Dramas – womit eigentlich schon alles gesagt zu sein scheint:

Emotionen gleich Chaos gleich Drama.

Und doch ist das nur die halbe Wahrheit:
Gefühle sind keine Stör-, sondern wichtige Ordnungsfaktoren in unserem Leben. Sie stärken unsere sozialen Strukturen und organisieren über die Motivation unsere Handlungen und Nicht-Handlungen.

Welche sind die Gefühle die wir am meisten suchen?

Gefühle sollen uns bestärken, uns Sicherheit geben, und Wohlbefinden.
Dementsprechend lieben wir Lob, Anerkennung, Freude … Das Gegentiel wird gerne vermieden, ausgeblendet: Enttäuschung, Schuldgefühl, Beschämung, Unsicherheit, Leid … Und es gibt feine Nuancierungen: Leichter akzeptieren wir unangenehme Gefühle, wenn wir behaupten können, dass wir keine Schuld daran haben, Opfer der Umstände sind, als den Vorwurf, wir seien selber unfähig, die Dinge richtig zu machen.

Amygdala schießt schneller

Oft sagt uns der Verstand, dass eine wichtige Aufgabe jetzt erledigt werden muss. Wenn aber der Handlungsimpuls eingeleitet wird, braucht die entsprechende Startsequenz im Gehirn bis zu 3 Sekunden, bevor das ganze System gebootet ist.

Der biologische Warn-Filter unseres Gehirns, die Amygdala, die den Entschluss auf mögliche emotional begründete Einwände hin überprüft, hat einen sehr viel direkteren Draht: In 1/32 sec. kann sie die Notbremse ziehen, was immer dann geschieht, wenn negative Vorerfahrungen vorliegen. Damit werden alle Startvorbereitungen unterbrochen, und Aufschub oder endgültiger Abbruch werden wahrscheinlich, falls die positive Motivation sich nicht neu durchsetzen kann.

Hier liegt Ihre Chance

Der Impuls, etwas aufzuschieben, ist ein Hinweis darauf, dass eine alte schmerzliche Erfahrung in dem gerade zu erarbeitenden Kontext nicht überwunden ist. Nehmen Sie den Warnhinweis ernst: Er wird Ihnen möglichweise noch oft begegnen, wenn Sie sich nicht heute schon darum kümmern.

Im pro-cras-Coaching nutzen wir gerne die so genannte „Bilaterale Hemisphärenstimulation“ – bekannt auch unter dem Kürzel EMDR – um Zugang zu den so schwer zugänglichen emotionalen Erinnerungsdepots zu erlangen. Eingebunden in die wingwave®-Methode hilft sie uns, Prokrastinatons-auslösende Blockaden zu entlarven und aufzulösen.