der Begriff: pro cras

20161210_100851-002

pro cras – weist nicht nur auf den Fachbegriff für „Aufschieberitis“ hin, mit der sich dieses Weblog auseinandersetzt. pro cras heißt aus dem Lateinischen übersetzt und als Motto für meine Düsseldorfer psychotherapeutische und Coaching-Praxis:

                            "für (ein besseres, selbstbestimmtes, optimistisches) morgen".

Vergangenes wird oft als Last empfunden. Alles Vorgenommene aber Nichterledigte, alle unerfüllten Wünsche und Träume, das Nichtgelungene und das Nichtgewagte erstikt mit seiner ungeheuren Gewichtigkeit unsere Gegenwart – und mit jedem Tag erlebter Vergangenheit scheint die Last größer zu werden, die auch die Zukunft mehr und mehr einschränkt. Bis am Ende kein Bewegen, kein Handeln, kein Entscheiden mehr möglich ist.

Um dann in einem solchen Zustand immer noch am Leben erhalten zu werden, zahlen wir beizeiten unsere Beiträge in die Pflegeversicherung ein und bekommen gleichzeitig in zahllosen Fernsehsendungen vorgeführt, wie traurig dieser Zustand des gänzlich Ausgeliefertseins ist letztendlich sein wird.

Nun ist es ja unser großer Wunsch, möglichst alt zu werden, möglichst viel an „Morgen“ aufzuhäufen. Tun wir also etwas dafür, dass dieses „Morgen“ möglichst lange auch gut, selbsbestimmt und optimistisch sich gestaltet.

Unser inneres, seelisches Gerüst trägt sicherer, steht besser „im Lot“, wenn wir zu all dem, was im Leben schief gelaufen ist, ein ausgewogenes Verhältnis finden können. Wir es in unserer persönlichen Geschichte wieder halbwegs gerade rücken können.

Wenn wir dann noch unserem Geist immer wieder Neues, Ungewohntes, Überraschendes anbieten bzw. abverlangen,

und wenn wir unseren Körper schließlich wieder heraus aus der erstarrten Statik in eine wieder neue schwungvolle Bewegung bringen,

dann ist das Morgen mehr als eine fixe Idee, sondern voll gelebte Realität.

Ich für meinen Teil habe in diesem Sinne (und tatsächlich mehr aus besonderem Verlangen, sondern sozusagen als therapeutische Verschreibung) erst kürzlich wieder systematisch zu tanzen angefangen: Bewegungen einstudieren, verinnerlichen und abrufen, die Ohren mit den Füßen koordinieren, Gleichgewicht und Mobilität trainieren, neue Musikstile kennen lernen und neue Menschen, auch auf ungewohntem Terrain Sicherheit gewinnen und Erfolg und Anerkennung erfahren, und schließlich aus einer notwendigen Verpflichtung ein großes persönliches Vergnügen entstehen zu lassen – dies ist EINER der zahllosen Wege, etwas pro cras – für morgen – zu tun.

pro-cras Coaching kann helfen, den inneren Schweinehund nachhaltig zu überwinden und das Verjüngungsprogramm in Gang zu halten.