Prokrastination – von „Allgemein“ bis „Zahnarzt“

"Manchmal gehe ich umher und bemitleide mich,
und die ganze Zeit
tragen mich mächtige Winde über den Himmel"
                                                                        aus Robert Bly: Eisenhan

Prokrastination – ein doppeltes Spiel

Aufschieben bewegt sich zwischen

  • der Lust, der Gefahr entgangen zu sein, und dem Frust, sich ihr nicht gestellt zu haben,
  • der dramatischen Spannung und einer, wenn auch trügerischen Erlösung,
  • einer alles zerrüttenden Angst und der gleichzeitig ungebrochenen Zuversicht,, dass die Zukunft es schon richten werde,
  • der natürlichen Selbstverständlichkeit bei all dem, was uns herausfordert, und der unendlichen Schwere dem einen, als so bedrohlich erlebten Thema gegenüber –

nur ein Beispiel: Der verschobene Zahnarzttermin

Auch der stärkste Held kann beim Gedanken an zahnärztliche Behandlung schwach werden: 60% der Patienten tendieren zum möglichst langen Aufschieben des Unvermeidlichen. Kommt uns vielleicht gerade hier unser Mut und Wille deswegen abhanden, weil es beim Zahnarzt so unmöglich gemacht wird, die „Zähne zusammenzubeißen“? „Zähne zeigen“ wird auf dem Behandlungsstuhl widersinnigerweise zu einer Geste der Unterwerfung, feste Vorsätze schwächeln, wenn ihnen mit spitzen Geräten „auf den Zahn gefühlt“ wird, und nirgends wird deutlicher spürbar, was es heißen kann, „auf dem Zahnfleisch zu gehen“. Gefahr droht offenbar von allen Seiten.

Die 60% Aufschieber haben wirksame Argumente und unser Mitgefühl auf ihrer Seite. Die Vernunft hingegen hat nicht nur das Nachsehen, sie wird auch noch zum persönlichen Verräter. Denn wie kann es sein, dass die folgenreiche Entscheidung, die doch nur Gutes will, mit soviel Pein verbunden ist?

Paradoxales Lernen

Aufschieben hat etwas Verlockendes, weil es wichtige menschliche Grundbedürfnisse zu bedienen scheint: Sicherheit, Unversehrtheit, Wohlbefinden, und dass alles möglichst lange so bleiben soll wie es ist – selbst wenn es gelegentlich etwas schmerzt. Wir haben gelernt, dass wir das (zumindest zeitweise) dadurch erreichen können, dass wir im Nicht-Tun die bittere Pille für später aufheben.

Natürlich sagt uns die Vernunft, dass das auf die Dauer nicht gutgehen kann. Dann aber hebt unser Schmerzgedächtnis seinen schwitzenden Finger – und setzt sich durch. Menschen sind nunmal darauf programmiert, kurzsichtig und schmerzfrei zu reagieren. Langfristig angelegte Überlegungen und Projekte verlieren wir leicht aus den Augen. Die Erfindung der To-Do-Liste, des Knotens im Taschentuch und des Terminkalenders kam nicht von Ungefähr.

Wenn trotz aller innerer oder äußerer Mahnung dem Wichtigen die Erledigung vorenthalten wird, sind oft höchst wirksame und zugleich zutiefst verborgene innere Mechanismen am Werk, die durch gutes Zureden allein nicht  beherrschbar sind, und die das Heil im Aufschieben, in der Prokrastination finden.

Prokrastination ist überwindbar

pro-cras ist Coaching und psychotherapeutische Heilpraxis, die sich zum Ziel gesetzt hat, diese Wirkmechanismen im gemeinsamen Gespräch und mit bewährten und modernen therapeutischen und Coaching-Methoden aufzudecken und in neue, proaktive und erwartungsfrohe Handlungsimpulse umzuwandeln. So unterschiedlich das Aufschiebeverhalten für den Einzelnen begründet sein kann, so vielfältig wird sich der zielführende Veränderungsweg darstellen. An seinem Ende steht jedoch regelmäßig die Wiederherstellung der verloren geglaubten Zuversicht, die Bereitschaft und die Kraft, sich mit den Projekten und ihren Schwierigkeiten auseinander-(oder vielmehr zusammen-)zusetzen, und die persönliche Freude, wieder aktiver Gestalter des Hier und Jetzt, und des Morgen zu sein.

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